Blutegelbehandlung

Bereits um 500 v. Chr. setzte man in Indien die Blutegeltherapie als eine der ältesten Ausleitungsverfahren ein. In den letzten Jahren ist die für lange Zeit „vergessene“ Therapie mit Blutegeln wieder auf dem Vormarsch da die dem Regenwurm Verandten Egel erstaunliche Eigenschaften aufweisen. Die Egel werden in speziellen Farmen gezüchtet und kommen nur einmal bei einem Patienten zum Einsatz, obwohl schon nach kurzer Zeit keine Erregen im Egel mehr festgestellt werden.

Blutegel verdünnen das Blut, wirken entzündungshemmend, den Lymphstrom beschleunigend und Schmerz stillend.
Traditionell eingesetzt werden Blutegel z.B. bei Krampfaderleiden, Rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen, Tennisellenbogen, Blutergüssen, Bluthochdruck, Gicht, Venenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Knie- und Daumengelenksarthrose.

Durchführung
Der Blutegel kann empfindlich auf Gerüche (Nikotin, Alkohol, Medikamente wie z. B. Glukokortikoide, Antibiotika) reagiern. Deshalb sollte man vor der Behandlung auch möglichst keine Parfümhaltigen Duschgels, Duftstoffe etc. benutzen. Es werden je nach Beschwerdebild 1-8 Blutegel angesetzt. Der Egel beißt sich fest und saugt zwischen 15 und 90 Minuten, dananch fällt er von alleine ab. Man sollte den Egel nicht vorzeitlich abreißen, sondern warten bis Sie von alleine abfallen. Die Bisstelle blutet mehrere Stunden nach. Dies ist auch so erwünscht. Bequeme Kleidung die theoretisch verschmutzen darf ist sinnvoll.  Nach der Behandlung sollte man ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und sich am Behandlungstag schonen. Grundsätzlich kommt es nach Abheilen der Bisstellen zur Ausbildung von Narben. Diese sind zum Ende der Heilungsphase klein, meist weißlich, selten bräunlich, haben die Form eines Stern und sind meist kosmetisch wenig störend. Juckreiz an der Bißstelle ist häufig und gehört zur erwünschten Heilreaktion.